Grooving Queens (AT)

Grooving Queens (AT)
  • Regie: Bamdad Esmaili und Niloufar Taghizadeh
  • Schnitt: Catharina Kleber
  • Produktion: Windcatcher Productions GmbH

Kinodokumentarfilm

Das c/o pop Festival in Köln hat gemeinsam mit dem Landesmusikrat NRW das Projekt „Forever Fresh“ ins Leben gerufen: Elf Seniorinnen stellen sich einer neuen Herausforderung – sie werden zu DJs ausgebildet. Mehrere Trainer vermitteln DJ-Kenntnisse, den Umgang mit der technischen Ausrüstung am Set und das Mixen. Außerdem schulen sie die Teilnehmerinnen in Styling, Performance und Social Media. Das Mindestalter liegt bei 70 Jahren, die älteste Teilnehmerin ist 98 Jahre alt.

Während des gesamten Projekts werden drei Protagonistinnen mit gegensätzlichen Charakteren in ihrem Privatleben und in allen Workshops bis zur Abschlussshow begleitet. Wir lernen Bettina, Monika und Edeltraut kennen, die mit über 70 Jahren etwas völlig Neues ausprobieren und ihr Alter auf eine neue Art und Weise leben. Bettina ist wild und entschlossen. Sie nimmt uns mit zum Kickboxen, Bauchtanzen und Kölsch trinken und lässt uns an ihren Gedanken teilhaben. Monika ist die Älteste. Sie ist extrovertiert, will gesehen werden und will feiern. Man kann auch mit 80 noch eine coole und attraktive Frau sein. Edeltraut ist die Ruhigste der drei, die uns in ihren Alltag einlädt, wo wir auf viele gemeinnützige Projekte und Senioren in Köln stoßen. Bei all der Aufregung vor dem letzten DJane-Auftritt kommen bereits die nächsten Anfragen für einen Gig in München und eine Open-Air-Party in Frankfurt, sodass die drei Frauen voller Adrenalin sind und auch nach dem Projekt weiter porträtiert werden.

Der Dokumentarfilm zeigt drei mutige und ganz gewöhnliche Frauen, die sich ihre Lebensfreude nicht nehmen lassen und sich nicht von ihrem Alter dominieren lassen, sondern gegen den Strom schwimmen. Bei diesem Projekt geht es nicht darum, ältere Frauen in einer Notlage zu zeigen oder sie so darzustellen, dass sie eine trotzige Reaktion auf ihr Alter zeigen, was auch unsere Protagonistinnen betont haben.

Es geht vielmehr darum zu zeigen, dass Altern etwas Natürliches ist und dass Menschen nicht isoliert werden müssen und nicht mehr in der Lage sind, etwas zu tun. Das Stigma der „alten Oma”, die nur zu Hause sitzt und für ihre Enkel kocht, soll gebrochen werden. Die Dokumentation richtet sich daher an ein Publikum mit einem starken Fokus auf den typischen älteren Fernsehzuschauer, der sich mit den Protagonistinnen identifizieren kann, sowie an ein junges und interessiertes Publikum, das sich beispielsweise mit den jungen Frauen hinter dem DJ-Projekt identifiziert und über das eigene Altern und den Umgang mit älteren Menschen nachdenken kann.