Grooving Queens

Das c/o pop Festival in Köln hat zusammen mit dem Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen das Projekt „Forever Fresh“ gestartet: Elf Seniorinnen beginnen eine neue Herausforderung – sie werden als DJane ausgebildet. Mehrere Dozentinnen lehren DJ-Skills, den Umgang mit dem technischen Equipment am Set und das Mixen. Auch schulen sie die Teilnehmerinnen im Styling, in Performance und in Social Media. Die Altersuntergrenze liegt bei 70 Jahren und die älteste Teilnehmerin ist 98 Jahre alt.

Während des gesamten Projektes werden drei Protagonistinnen, die gegensätzliche Charaktere haben in ihrem privaten Leben und bei allen Workshops bis zur finalen Show begleitet. Wir begegnen Bettina, Monika und Edeltraut, die mit über 70 etwas völlig neues ausprobieren und ihr Alter neu leben. Bettina tritt wild und bestimmt auf. Sie nimmt uns mit zum Kickboxen, Bauchtanzen und Kölsch trinken und lässt uns dabei Teil ihrer Gedanken werden. Monika ist die älteste. Sie ist extrovertiert, will gesehen werden und feiern. Eine coole und attraktive Frau kann man auch mit 80 Jahren sein. Edeltraut ist die Ruhigste der Drei, die uns in ihren Alltag einlädt, bei dem wir auf viele Geimeinnützige-Projekte und Senior*innen in Köln stoßen. Bei der ganzen Aufregung vor dem finalen DJane-Auftritt kommen schon die nächsten Anfragen für einen Gig in München und einer Open-Air Party in Frankfurt, sodass die drei Frauen voller Adrenalin sind und sie nach dem Projekt weiterhin portraitiert werden.

Der Dokumentarfilm zeigt drei mutige und alltägliche Frauen, die sich ihren Glanz nicht nehmen lassen wollen und ihr Alter nicht dominieren lassen, sonder gegen den Strom schwimmen. Bei diesem Projekt soll es nicht darum gehen ältere Frauen in einem Ausnahmezustand zu zeigen oder sie so darzustellen, dass sie eine Trotz-Reaktion gegenüber ihrem Alter zeigen, was auch unsere Protagonistinnen betont haben.

Es geht eher darum zu zeigen, dass das Altern natürlich ist und der Mensch nicht isoliert verkommen muss und nichts mehr darf. Das Stigma der „alten Oma“, die nur zu Hause sitzt und für die Enkel kocht, soll gebrochen werden. Somit richtet sich der Dokumentarfilm an ein Publikum mit sowohl großem Fokus auf dem typisch älteren Fernsehzuschauer, der sich mit den Protagonistinnen identifizieren kann als auch an ein junges und interessiertes Publikum, was sich zum Beispiel mit den jungen Frauen, die hinter dem DJ-Projekt stehen, identifizieren kann und sich zu seinem eigenen Altern und dem Umgang mit Älteren Gedanken machen kann.

Regie: Bamdad Esmaili und Niloufar Taghizadeh
Produktion: Windcatcher
Schnitt: Catharina Kleber